Melanie Bareuther

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Melanie Bareuther ist Mitbegründerin des Architekturbüros bb22 und Betreiberin des Maincafés in Frankfurt am Main.


“Ein Café am Main, war eine dringend notwendige urbane Intervention”


Mit der Idee eines Cafés das Frankfurter Mainufer zu beleben, haben die Städteplaner Melanie Bareuther und Felix Nowak einen echten Clou gelandet.

20 Jahre nach dem Beschluss der Stadt Frankfurt zur Belebung des Mainufers hat bb22 die Entwicklung durch den Umbau einer ungenutzten “Bedürfnisanstalt” angestoßen.

Aus einer ersten Fotomontage, die eine neue Nutzung beschreibt, wurde eine urbane Intervention, mit der die bis dato kaum genutzte Freifläche bespielt wurde.


Die Qualität des temporären Projektes verlangte nach einer dauerhaften Bewirtschaftung. Durch einen Umbau im Jahr 2004 konnte das „maincafé“ als Cafébetrieb dort dauerhaft etabliert werden.


Das Projekt verwandelte den unwirtlichen Sozialraum zu einer belebten Uferzone, die weitere Initiativen nach sich gezogen hat. Heute ist der Fluss wieder fester Bestandteil des öffentlichen Raumes der Stadt. Die Aneignung der Uferflächen veränderte die Wahrnehmung des Stadtraumes und erzeugte eine neue Dynamik bei der Entwicklung weiterer Potenziale am Fluss. Die Entwicklung des `maincafés` wurde für das Straßenbauamt mittels eines Public Privat Partnership realisiert.


Für mich sind dies urbane Held_Innen, die zeigen, wie mit privaten Engagement und Invest öffentlicher Raum gestaltet und bespielt werden kann.


Was wir noch wissen wollen:


Wer sind deine Vorbilder?


Das ist eine sehr schwierige Frage. In der Architektur sind weibliche Vorbilder schwer zu finden und im Studium hatte ich ausschließlich männliche Professoren. Ohne einen Namen zu nennen bewundere ich Menschen, die sich extrem auf ein Thema fokussieren können, die sozusagen ihre Aufgabe fürs Leben gefunden haben. Denn nur dann kann man auch 100% geben.

Ich bin da irgendwie anders.


Was macht Frankfurt für Dich attraktiv?


Ich mag die Kontraste in Frankfurt „Vom Kleinbürger bis zum Großstädter“


Welche Orte würdest Du einem alternativen Reiseführer empfehlen?


Lohrberg „spazieren“, Goethes Ruhe „Frankfurter Stoffeligkeit“, 22 Lounge „Wow, ich bin in der Großstadt“, Bethmann- Park „Eine Oase am Autobahnkreuz“, Römerberg „Geschichte, Geschichte, Geschichte“, B-Ebene Eschersheimer Turm „Verkehrsplanerische Fehlschüsse der 80 ziger Jahre“, Olivetti Hochhäuser Niederrad, Licht und Luftsbad, und und und und und …


Als ich Melanie im Sommer 2003 fragte, was Sie denn noch so vorhat, sagte sie ganz selbstbewusst:


„Wir haben uns Frankfurt vorgenommen!“


Spannende Antwort. Was ist daraus geworden?


Ein paar Beispiele:


Wesersteig, Frankfurt am Main



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FÜNFTAGECAFE mit Aktionen zur Belebung des Straßenraums vor der Obdach­loseneinrichtung „weser5“.



Ecke Weser-/Gutleutstraße liegt das Diakoniezentrum WESER5. Zwischen Bahnhof und Banken. 5 Hilfeangebote für Menschen ohne Wohnung: Tagestreff, Straßensozialarbeit, soziale Beratungsstelle, Notübernachtung, Übergangswohnhaus. Hier können sich Menschen, die sonst in Frankfurt ungeschützt leben, sicher fühlen. Keine Insel, vielmehr eine Ecke, an der das Scheitern von Lebenswegen respektiert und thematisiert wird, wo der nächste Schritt begleitet wird, auch wenn sich zum Teil nicht viel ändert.

Trotz der Krise der Stadt gilt es, wieder ein Verständnis des Sozialen zu entwickeln, das nicht nur als eine Kultur der Probleme erscheint, sondern als Erfahrungs- und Möglichkeitsraum.


Ein orangefarbenes Podium wurde als Adapter in die gegebene Situation ein. Es verknüpft die Elemente des öffentlichen Straßenraums mit der Zugangssituation zur Kirche und provoziert damit alternative Nutzungen und neue ästhetische Zusammenhänge. Die Freitreppe zum Kirchenraum im ersten Stock wird Teil des Schauplatzes. Ihr Antritt mündet in die orangene Fläche und wird selbst zur Tribüne. Der Zaun verläuft über das Podest in der Manier eines Bühnenelements. Die Zaunoberkante, vormalig auf Aughöhe, wandert auf die Höhe eines Bartresen.


weser6Der Steig wurde gemeinsam mit Nutzern und Freunden des Diakoniezentrums als einfache Holzkonstruktion erstellt. Wie bei einer Verkehrsinsel ergibt sich beim Wesersteig die Außenkontur aus der Steuerung der Verkehrsströme. Der gewohnte Tagesablauf wird von dem Rhythmus der Wesersteig-Veranstaltungen überlagert, verzerrt und gestört. Die herbeigeführten Kollisionen sind vielfältig: Irritation, Neugier, Diskussion… Sie bedeuten Stadtleben.



Ideenlabor im Frankfurter Bahnhofsviertel:


Umbaubar, Ideenlabor, Frankfurt am Main

Veranstaltungsreihe im Bahnhofsviertel, mittwochs ab 18 Uhr in der Moselstrasse 6a


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Der Stadtumbau im Frankfurter Bahnhofsviertel erhält mit der Neuauflage des Ideenlabors einen weiteren Impuls. Das Ideenlabor ist eine Veranstaltungsreihe, bestehend aus den Stadtumbausalons und der UMBAUBAR, mit deren Durchführung das Stadtplanungsamt das Büro bb22 beauftragt hat. Über die Veranstaltungen wird ein Rahmen geschaffen, um Ideen und Akteure, Räume und Nutzungen, Bewährtes und Neues zu verknüpfen.

Die Stadtumbausalons werden sich als Diskussionsveranstaltungen an vier Terminen im Jahr ausgewählten thematischen Schwerpunkten des Stadtumbaus widmen.


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Die UMBAUBAR greift jeden Mittwoch städtische Themen sowie Themen zur lebenswerten Gestaltung des Quartiers auf. So werden Bewohnern, Gewerbetreibenden, Nutzern und anderen Interessierten Anlass und Raum zur Information über Projekte oder zum Austausch von Ideen in zwangloser Atmosphäre geboten, um kreative und innovative Potenziale für das Bahnhofsviertel nutzbar zu machen.





Oder ein Picknick am Schauspiel Frankfurt!


feel@home. ein picknick

bb22 zu gast im schauspielfrankfurt
tischgespräche, kunst und theorien des zuhauses seins. ein kongress von mattias von hartz, willy-brandt-platz und foyers großes haus.

regie: sibylle baschung, 2007


bb22 urbane Projekte initiiert ein Rollenspiel.


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Zwölf Übungen zum schmutzigen Nebeneinander. Das Bahnhofsviertel als Oase des Städtischen. Kann die europäische Stadt international Vorbild von gebauter sozialer Harmonie uns das Versprechen von Freiheit und Selbstentfaltung noch gewähren?

Eine individuelle Trainingseinheit in Urban Change Management Prozessen. Erleben sie eine Planungskultur auf dem freien Markt von Geld und Gefühlen. Mischen sie die geruchslose Sozialromantik von gestern, schmutzige Multitude von morgen mit verlorener stadtplanerischer Deutungshoheit im Praxistest auf der Straße. Geben Sie dem Zufall eine Chance und setzen Sie entscheidende Impulse für ein neues soziales Nebeneinander.


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